JuLis Bayern kritisieren CSU-Hymnenpflicht

Die Jungen Liberalen Bayern lehnen die von der CSU ins Spiel gebrachte Einführung einer Hymnenpflicht an bayerischen Schulen entschieden ab. Während Ministerpräsident Markus Söder darüber philosophiert, Schülerinnen und Schüler zum Singen der National-, Europa- und Bayernhymne zu verpflichten, kämpfen viele Schulen im Freistaat tagtäglich mit maroden Gebäuden, fehlender Digitalisierung und massiven Defiziten in der psychischen Betreuung junger Menschen.

„Echte Verbundenheit mit unseren demokratischen Werten zeigt sich nicht im gemeinsamen Absingen einer Hymne, sondern in Investitionen in die Zukunft unserer Kinder“, erklärt der Landesvorsitzende der JuLis Bayern, Lukas Bohn. „Markus Söder setzt auf Symbolpolitik, während Klassenzimmer verfallen, Schulpsychologen fehlen und Bildungschancen vom Wohnort und Geldbeutel abhängen.“

Aus Sicht der JuLis Bayern ist die Hymnenpflicht nicht nur wirkungslos, sondern ein Ablenkungsmanöver von den realen Herausforderungen der bayerischen Bildungspolitik. Statt staatlich verordnetem Pathos fordern wir konkrete Verbesserungen für Schülerinnen und Schüler:

Psychische Gesundheit statt Zwang

Sinnvolle Bildungspolitik bedeutet, Kindern einen gesunden Start in den Tag zu ermöglichen. Die JuLis Bayern fordern mehr Autonomie für Schulen beim Unterrichtsbeginn mit flexiblen Startzeiten innerhalb eines angemessenen morgendlichen Zeitfensters. Zudem muss die Schulpsychologie massiv ausgebaut werden. Langfristiges Ziel ist ein deutlich verbesserter Betreuungsschlüssel, da in Bayern eine dramatische Unterversorgung herrscht.

Moderne Schulen statt Symboldebatten

Bevor über Rituale diskutiert werden kann, müssen die Schulen im 21. Jahrhundert ankommen. Die JuLis Bayern fordern ein umfassendes kommunales Sanierungs- und Digitalprogramm für Schulgebäude. Stabile Netzwerke und moderne Endgeräte gehören in jeden Klassenraum. Ergänzend setzen sich die Jungen Liberalen für ein kostenfreies „Schulweg-Ticket“ im ÖPNV für schulpflichtige Kinder ab drei Kilometern Schulweg ein.

Werte leben statt Texte auswendig lernen

„Unsere Verfassung muss verstanden werden, nicht besungen“, so Bohn weiter. Die JuLis Bayern sprechen sich für einen modernen Sach- und Heimatkundeunterricht aus, der die Geschichte Bayerns und der Bundesrepublik und die Werte des Grundgesetzes vermittelt. Gleichzeitig muss an allen Schulen eine verpflichtende und ernsthafte Auseinandersetzung mit Rassismus, Ausgrenzung und Extremismus stattfinden. Programme wie „Schule ohne Rassismus“ dürften keine bloßen Lippenbekenntnisse bleiben, sondern müssen beispielsweise durch gezielte Fortbildungen für Lehrkräfte mit Leben gefüllt werden.

Familien stärken statt konservative Nostalgie

Auch beim Ausbau der Ganztagsbetreuung hat die Staatsregierung versagt. Die JuLis Bayern fordern flexible Öffnungszeiten von Kitas, Kindergärten und Ganztagsschulen, die den Alltag moderner Familien realistisch abbilden.

Abschließend betont Lukas Bohn: „Wenn die CSU wirklich will, dass junge Menschen sich mit unserem Staat identifizieren, dann muss sie endlich die echten Probleme in der Bildungspolitik angehen. Eine Hymnenpflicht macht keine besseren Schulen, sondern soll nur davon ablenken, dass die Staatsregierung seit Jahren an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler vorbeiregiert.“